sculpture
wie schaut man ein ding an, ohne etwas darin finden zu wollen, was angeblich in ihm steckt, sondern nur, was ganz einfach da ist?
die einfachheit ist, wie der bildhauer constantin brancusi sagt, zwar kein ziel in der kunst, aber man gelangt zu ihr, ohne es zu wollen, in dem man sich dem wesentlichen nähert.
CIRCLE BY-WOOD TREE
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wahrnehmung
wenn wir uns umschauen, sehen wir normalerweise nur unsere nächste umgebung: ein paar dinge – manchmal recht unscheinbar – die wir mitten im unendlichen nur oberflächlich wahrnehmen. seht euch einmal einen ganz einfachen gegenstand richtig an.
zum beispiel einen alten stuhl. es scheint, er sei fast nichts. aber denkt einmal an alles, was an ihm ist: an die hände und an den schweiß beim zersägen des holzes, das einst ein starker baum war, voller kraft inmitten eines schattigen waldes auf einem hohen berg; denkt an die liebevolle arbeit beim zusammenfügen der bretter; an die vorstellung, mit der er gekauft wurde; an die müdigkeit, die er gelindert hat. stellt euch die schmerzen und die freuden vor, die der stuhl miterlebt hat, wer weiß, ob in großen salons oder in ärmlichen gaststuben der vorstadt. alles, alles nimmt am leben teil und hat seine bedeutung. auch der älteste stuhl trägt noch die urkraft der säfte in sich, die aus der erde emporsteigen, dort in den wäldern, und er wird zuletzt noch einmal wärme spenden, an dem tag nämlich, an dem er als kleinholz in einem herd verbrennt. seht nur, schaut gründlich hin!
aus antoni tapies
die praxis der kunst
















